Nancy Walker




Nancy Walker wurde als Ann Myrtle Swoyer 1921 in Philadelphia in eine Vaudevillefamilie hineingeboren. Sie wollte eigentlich Sängerin werden, aber als sie 1941 mit 20 Jahren vor dem Broadway Impresario George Abbott vorsprach, konnte der nicht mehr aufhören mit Lachen und besetzte die unbekannte 1.50 Meter kleine Nancy Walker vom Fleck weg in sein Stück. „Best Foot Forward“ war eine Musical-Komödie, lief fast ein Jahr und machte Walker, auch wenn sie eine kleine Rolle hatte, zur Lachnummer am Broadway. Sie wurde ein Star. 1943 flog sie nach Hollywood um dieselbe Rolle in der Verfilmung zu spielen und machte damit auch ihr Filmdebüt. Darauf folgten gleich die Filmmusicals „Girl Crazy“ (1943 mit Mickey Rooney und Judy Garland) und „Broadway Rhythm“ (1944). Aber Hollywood langweilte sie schnell, und sie kehrte nach New York zurück. Zunächst spielte sie die männerhungrige Taxifahrerin im Musical „On the Town“ (1944-1946), und danach, oft auch simultan, in zehn Musicals bis 1964. Sie wurde zwei Mal für den Tony nominiert (1956 für „Phoenix ´55“ und 1961 für „Do Re Mi“) erhielt die begehrte Auszeichnung jedoch beide Male nicht. Diese ganze Zeit durch blieb Walker ihrer Arbeit am Broadway relativ treu und trat nur vereinzelt in Fernsehserien auf und spielte eine Nebenrolle in dem Doris-Day-Musical „Lucky Me“ („Das blonde Glück“, 1954). Mit über vierzig Jahren verabschiedete sie sich vom Broadway, da sie realisierte, dass sie zu alt fürs Singen und Tanzen werde, und auch weil sie vermehrt an Depressionen litt. Nancy Walker gönnte sich eine Pause und erst zwei Jahre später, 1966, kehrte sie an den Broadway zurück, aber diesmal als Regisseurin. Sie inszenierte das Stück "UTBU" mit Tony Randall und Thelma Ritter. Aber auch die zwei talentierten Schauspieler konnten das Stück nicht retten, und bereits nach sieben Vorstellungen schloss sich der Vorhang zum letzten Mal. Sie wartete wieder zwei Jahre und kehrte 1968 als eine neue Nancy Walker ins Theater zurück. Nacheinander spielte sie zu sehr guten Kritiken die Charlotte in Tschechows „Der Kirschgarten“ und Julia in T.S. Eliots „Die Cocktail Party“. Somit bewies Walker sich auch im klassischen bzw. dramatischen Fach. Trotz der guten Kritiken entschloss Nancy Walker sich 1969, dem Broadway und dem Theater ganz den Rücken zu kehren und sich im TV zu versuchen, das für sie finanziell lukrativer aussah. Zunächst drehte sie eine Reihe von Werbespots für Haushaltspapier und wurde so dem TV-Publikum bereits bekannt. 1971 landete Walker dann gleich zwei regelmässige Rollen in Fernsehserien. In „McMillan and Wife“ (mit Rock Hudson) spielte sie die Hausangestellte Mildred von 1971 bis 1976 (Emmy Nominierungen 1973, 1974, 1975 und Golden Globe Nominierungen 1974 und 1975 für beste Nebendarstellerin). Und die andere Serie in der sie 1971 einstieg war die Sitcom „The Mary Tyler Moore Show“, in der auch Betty White mitspielte (durch die Jahre führte Walker auch bei zwei Episoden Regie). In „MTMS“ spielte sie die ultimative jüdische Mutter Ida Morgenstern und wurde mit dieser Rolle so beliebt beim Publikum, dass sie und ihre Rolle 1974 in die neue Sitcom „Rhoda“ importiert wurde. Walker spielte in „Rhoda“ bis 1978 und gelang auf den Höhepunkt ihrer Fernsehkarriere. Auch hier inszenierte sie wieder einige Episoden. (Emmy Nominierungen 1975, 1976, 1977, 1978 und Golden Globe Nominierungen 1975 und 1978 für beste Nebendarstellerin) 1976 wurde Walker die Chance für eine eigene Sitcom gegeben. „The Nancy Walker Show“ lief nur für eine Staffel und gleich danach versuchte man es nochmals mit einem neuen Konzept, aber auch diese Sitcom („Blansky´s Beauties“, 1977) hielt es nur für eine Staffel aus. 1978 zog sich Walker dann langsam aus dem Showgeschäft zurück, machte jedoch 1980 noch ihr Regiedebüt für einen Kinofilm. Dazu suchte sie sich ein ganz eigenartiges Projekt aus. Der Film „Can´t Stop The Music“ ist der einzige Film der Village People. Er zeigt (als Komödie aufgebaut) den Aufstieg der Macho-Man-Band von ihrer Herkunft im Greenwich Village zu ihrem grandiosen Konzert in San Francisco. Der Film wurde des öfteren als der beste der schlechtesten Filme bezeichnet. Walker war durch die achtziger nur noch sporadisch in TV-Serien zu sehen. Unvergesslich bleiben ihre Gastauftritte in „Golden Girls“. 1987 sagte sie zu, für zwei Episoden Angela, Sophias Schwester, zu spielen. Ihre Darbietung war so überzeugend, dass sie dafür nochmals für einen Emmy nominiert wurde. Leider blieb es auch hier nur bei einer Nomination. Von den Nominierungen von insgesamt zwei Tonys, sieben Emmys und vier Golden Globes erhielt sie leider keine dieser Auszeichnungen. Das letzte Mal stand Nancy Walker 1990 als Sara für eine Staffel der Sitcom „True Colors“ vor der Kamera. Nancy Walker war zweimal verheiratet 1948 bis 1949 mit dem Schauspieler Gar Moore und von 1951 bis zu ihrem Tod mit dem Komponisten David Craig. Sie starb 1992 an Lungenkrebs.

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